Ernährung, Zwänge & das eigene Körpergefühl

Mir ist bewusst, dass ich gerade ein Thema anschneide, von dem es uuunzählig viele verschiedene Meinungen und Sichtweisen gibt. Auch dieser Text ist letztlich nur eine Sichtweise und ich behaupte nicht, dass sie die „einzig wahre“ ist. Aber das Thema ist nun mal sehr wichtig und ich würde von mir selbst sagen, dass ich mittlerweile eine einigermaßen ausgeglichene und gesunde Beziehung zum Essen habe, und ich wäre dankbar gewesen, wenn ich einiges schon vor dem Kraftsport, also vor ungefähr einem Jahr, gewusst bzw. auch wirklich angenommen hätte!
Ich glaube, sobald man viel Sport treibt und/oder sich im Fitnessstudio aufhält, tritt man auch automatisch irgendwie mit dem Thema Ernährung in Kontakt, und sei es auch nur „Hey wenn du trainierst, musst du auch mehr Eiweiß zu dir nehmen, dann baust du besser Muskeln auf!“.
Ich hab mich dann doch noch intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt. Aber wie es halt so ist, habe ich mich an irgendwelchen Instagram-Seiten orientiert und habe auch selbst ein paar Dinge mitgemacht, die ich jetzt nicht mehr machen würde.
Das Thema Ernährung wird ganz oft zu einem Zwang gemacht. Es heißt dann nämlich meistens du musst haargenau so & so viel/e Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette zu dir nehmen! Aber Kohlenhydrate nur ganz wenige, davon nimmst du nämlich sonst zu. Also Low Carb! Ach, wieso nicht auch No Carb, dann nutzt der Körper das Fett als Energielieferant. Aber er braucht doch Kohlenhydrate, also lieber Low Fat! Oder doch lieber if it fits your macros? Und in der Defi-Phase alles low und high high high Protein!  Cheatdays nur einmal wöchentlich, außer in der Massephase uuund und und..

Das hat ja alles irgendwie seine Daseinsberechtigung und sich mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen finde ich auch sehr sehr wichtig, aber man muss es sich doch nicht so viel schwerer machen, als es eigentlich ist. Ich war völlig verwirrt als ich mich damit beschäftigt habe und war danach auf der Suche nach der „optimalen Ernährung“, hatte dann aber so viele verschiedene Informationen, dass ich gar nicht mehr wusste wo hinten und vorne ist. Alles war irgendwie richtig und falsch.

Ich habe selbst auch viele Fehler gemacht, weil ich mich an einigen dieser Informationen orientiert habe. Ich habe für eine Zeit lang meine Ernährung sogar soweit überwacht, dass ich alle Kalorien in eine App eingetragen habe, um das jeden Tag ganz genau auswerten zu können. Ich habe gelesen, dass einige Bodybuilder das so machen. Und was für mich mittlerweile dagegen spricht: Ich habe gelesen, dass einige Bodybuilder das so machen.
Aber ich bin kein Bodybuilder und ich habe natürlich auch nicht den Anspruch, irgendwann mal auch nur im Entferntesten auf so eine Bühne zu gehen.
Für die Profis macht das sehr viel Sinn, für uns Hobby-Sportler meiner Meinung nach eher weniger. Das Eintragen der Lebensmittel hat bei mir zum Beispiel bewirkt, dass ich ganz viel gemieden und gekürzt habe, weil da ja zu viel Fett oder zu viele Kohlenhydrate drin sein könnte, und ich darf ja nur 0,9972 Gramm pro Kg Körpergewicht zu mir nehmen. Das hat dann an anderen Tagen dazu geführt, dass ich viel zu viel gegessen habe, weil ich den Mangel an Nährstoffen nicht mehr ausgehalten habe. Soo ein Blödsinn das Ganze im Nachhinein!

Irgendwann ist mir eine Erkenntnis gekommen, für die ich ausgesprochen dankbar bin, diese lautet: Höre auf deinen Körper, kommuniziere mit ihm, trainiere dein Körpergefühl. (Und das Thema Ernährung ist ein gutes Beispiel um das zu verdeutlichen!)
Und ja, so einfach ist das. Wahrscheinlich doch nicht ganz so einfach, wenn man immer versucht hat, sich anstatt an seiner Intuition an Zahlen und Fakten zu orientieren. Man stumpft dann einfach ab, aber zum Glück kann man das wieder erlernen und ich behaupte jetzt mal, dass man auch alle seine Ziele ohne Fitness-Programme oder Sonstiges erreichen kann. Egal ob es um Leistungssteigerung geht, Muskelaufbau oder auch irgendein anderer Bereich, in dem man sich einfach mehr auf sein Bauchgefühl verlassen sollte.
Eines ist mir nämlich klar geworden: Auf so ziemlich alles was man tut, bekommt man eine Antwort. Wenn ich zu wenig esse, bekomme ich Hunger. Wenn ich zu viel Esse, habe ich ein unangenehmes Völlegefühl. Wenn ich zu wenig trinke, bekomme ich Durst. Wenn ich im Winter zu lange leicht bekleidet draußen bin, erkälte ich mich. Wenn ich zu wenig schlafe, bekomme ich Kopfschmerzen. Wenn ich zu viel ungesund esse, wird mir übel. Wenn ich zu wenig Sport treibe, werde ich unbeweglicher. Wenn ich zu viel Sport treibe, fühle ich mich überlastet. Und das betrifft auch noch viele andere Bereiche.
Was ich damit sagen möchte: Man steht in ständiger Kommunikation mit seinem Körper und merkt es meistens nicht einmal. Ich glaube, den meisten ist nicht einmal bewusst, dass man ganz viele Antworten auf seine Fragen von dem eigenen Körper erhält.
Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich nicht mehr gerne so viel Alkohol trinke. Ein bisschen ist ja gar kein Problem, aber mit einem Kater wird man förmlich von seinem Körper angeschrien, dass man aufhören soll, sich Gift einzuflößen.
Eine weitere Erkenntnis, die sich aus der ersten ergibt ist nämlich Folgende: Arbeite zusammen mit deinem Körper und niemals gegen ihn. Ihr beide (so komisch das auch klingen mag) habt mit eurer Gesundheit das gleiche Ziel vor Augen. Dementsprechend schadet es nicht, ein bisschen mehr auf sein Bauchgefühl zu hören!

Ich bin mir auch ehrlich gesagt nicht mehr so sicher, ob es für mich noch Sinn macht, bis zum Ende meiner Ferien (also noch 1,5 Wochen) jeden Tag zu laufen. Bis jetzt war ich sehr konsequent und habe schon über 115 km geschafft, aber ich merke langsam, dass meine Leistung abnimmt, weil ich auch noch nie so viel ohne vernünftige Regeneration gelaufen bin und auf Dauer schadet es mehr, als dass es mir etwas bringt. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich nach nun wirklich über einem Monat täglichem Laufen ein paar Tage Pause bräuchte und darauf höre ich auch. Ob ich jetzt schon wieder in mein normales Training einsteige (Das sind dann 10-15 km pro Woche und nicht mehr 30) weiß ich noch nicht, aber das wird mir mein Gefühl dann ja sagen.

xx Sandrine ♥

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