Trotz Niederlage gewonnen

Vor genau sechs Wochen hatte ich mir mein Ziel mit dem Laufen gesetzt und diese sechs Wochen sind nun vorbei (unglaublich wie die Zeit doch rennt). Zunächst einmal ist zu sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass ich mir für diese Zeit eine Herausforderung gesetzt habe, denn ich bin der Meinung, dass man aus solchen Erfahrungen immer sehr viel mitnimmt und lernt. Sechs Wochen jeden Tag laufen gehen war mein Ziel und nein, ich habe es nicht geschafft.
Obwohl ich das jetzt sage, bin ich überaus zufrieden und ich möchte gerne erklären warum: Am Anfang lief es sehr gut, ich hatte sehr viel Spaß dabei und bin täglich zwischen drei und sieben Kilometer gelaufen. Auch wenn ich mal weniger Zeit hatte und wusste, dass ich den ganzen Tag unterwegs sein werde, bin ich einfach früher aufgestanden, um den Lauf noch absolvieren zu können. Das Laufen hat mich pro Tag 15-40 Minuten gekostet, was wirklich nicht viel ist und ich war sehr zufrieden damit. Das Schöne am Laufen ist das Gefühl danach. Man fühlt sich sehr fit, ausgelastet und mich entspannt es auch. Eine Weile ging das ja auch alles gut. Aber ab ungefähr vier Wochen und 100 gelaufenen Kilometern ohne Regeneration in Form von ein paar Tagen Pause, ist mir aufgefallen, dass es mir immer schwerer fällt. Abgesehen von einem unangenehmen Ziehen in der Hüfte, das ich aber nicht zum ersten Mal vom Laufen bekommen habe, habe ich einen Leistungsabfall bemerkt. Ich hatte nach und nach weniger Energie und es fiel mir immer schwerer, weiterhin jeden Tag zu laufen. Dazu kam noch, dass ich dreimal die Woche zum Krafttraining gehe und neun Trainingseinheiten die Woche sind für mich sehr viel. Ich habe dann nach ungefähr viereinhalb Wochen beschlossen, dass ich eine Pause mache, weil mein Körper sich von den Läufen erholen musste, auch wenn es meistens nur kurze Strecken waren. Natürlich war ich ein wenig enttäuscht darüber, weil ich mir vorgestellt hatte, dass diese halbe Stunde jeden Morgen nicht so ins Gewicht fällt und drei Wochen lang hat es das ja auch ohne Weiteres funktioniert.

Insgesamt habe ich ein paar wertvolle Erkenntnisse durch diese Erfahrung erlangt und bin definitiv sehr zufrieden! Ich bin über 120 Kilometer gelaufen und hätte ich mir das Ziel nicht gesetzt, hätte ich ganz sicher nicht annähernd so viel geschafft.
Erkenntnis Nummer 1 ist also, dass es immer sinnvoll ist, sich Ziele zu stecken. Auch wenn man nicht unbedingt alles schafft, was man sich vorgenommen hat, erreicht man in dieser Zeit doch sehr viel.
Ich denke jeder hat irgendwo Ziele, die er erreichen möchte, aber ständig verschiebt. Wenn man sich stattdessen einfach mal eine terminierte Herausforderung bestimmt, die einen mit kleinen Schritten zu diesem Ziel näher bringt, und es einfach angeht, geht man in die richtige Richtung.

Ich wurde schon ein paar mal gefragt, warum ich das mit dem Sport überhaupt mache und ob ich gewisse Ziele hätte. Mein Ziel ist ein langfristiges, denn ich möchte mit dem Sport einfach in erster Linie etwas für meine Gesundheit und für mein Wohlbefinden tun. In einem fitten, gestärkten und gesunden Körper fühlt man sich tausend mal besser und es schenkt einem Lebensqualität, auch wenn es selbstverständlich mit „Arbeit“ verbunden ist, aber das ist es mir wert. Die anderen Gründe habe ich ja bereits in dem Artikel „Warum Kraftsport?“ beschrieben, der oben unter der Kategorie Sport zu finden ist.

Die nächste Erkenntnis, die ich gewonnen habe, ist, dass es enorm wichtig ist, auf seinen Körper zu hören! Ich habe ja bereits zu dem Thema Ernährung ( Blogpost „Ernährung, Zwänge & das eigene Körpergefühl“ ) geschrieben, dass es ganz wichtig ist, sich seinem Körpergefühl bewusst zu sein und sich davon leiten zu lassen. Ich hätte natürlich auch weiterhin jeden Tag laufen können bis heute, aber es hätte mir mehr geschadet als gebracht und wenn ich das Gefühl habe, dass es mir nicht mehr gut tut, dann lass ich es auch. Das ist mir nun erst richtig bewusst geworden und das werde ich auch in Zukunft viel mehr berücksichtigen, denn oft habe ich mir vor allem beim Kraftsport gesagt „Hey es ist normal, wenn es sich nicht mehr gut anfühlt und du keine Kraft mehr hast, mach einfach weiter, das ist immer besser.“ Das sehe ich jetzt wirklich anders! Es gibt natürlich einen großen Unterschied zwischen Lustlosigkeit und körperlicher Schwäche, da muss man auch einfach ehrlich zu sich sein. Wenn man mal nur „keinen Bock“ hat und nach Ausreden sucht, sich körperlich aber in guter Verfassung befindet, sollte man sich in den Hintern treten und einfach machen. Wenn man sich hingegen körperlich schwach und ausgelaugt fühlt und man richtig merkt, wie der Körper sich dagegen stäubt, wäre es kontraproduktiv dieses Gefühl zu übergehen, denn er weiß am besten wann man Ruhe braucht und was gesund ist.

Ein anderer positiver Nebeneffekt war übrigens, dass ich durch dieses Ziel jeden Tag in Bewegung war, auch die letzten zwei Wochen noch jeden Tag. Ich hätte danach nicht einfach wieder nichts machen können, wie in ein paar Ferien zuvor und war deshalb auch jetzt die letzten Tage immer in Bewegung durch lockeres Laufen, Spaziergänge, Fitnessstudio und Fahrrad fahren. Ich hasse das Gefühl, sich schon seit Tagen nicht richtig bewegt zu haben und das hatte ich in der Vergangenheit so oft in den Ferien, das ist mir zum Glück erspart geblieben.

Um das Ganze jetzt ganz philosophisch abzuschließen, möchte ich einfach noch jedem mitgeben, dass es einem immer ein schönes Gefühl, Stolz und Selbstbewusstsein schenkt, wenn man sich selbst herausfordert und immer wieder versucht, über sich hinauszuwachsen. Jeder hat Dinge im Kopf, die er sich wünscht, mit denen er glücklicher wäre, die er erreichen möchte, an denen er aber nicht wirklich arbeitet, weil es vielleicht unmöglich scheint, diese Ziele zu erreichen. Davon sollte man sich niemals abhalten lassen und man darf auch niemals zulassen, dass man durch solche Gedanken darauf verzichtet, sein Leben so zu führen, wie man es eigentlich in Wirklichkeit möchte, um glücklich zu sein. Jeder auch nur kleinste Schritt in die richtige Richtung, bringt einen seinem Ziel näher und man braucht auch kein neues Jahr, neuen Monat oder irgendwelche Ferien um endlich damit anzufangen.

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Mit diesen Worten wünsche ich jedem noch einen schönen Sonntag und bei allen Herausforderungen viel Erfolg! Bei mir ist das nächste Ziel zumindest ein vernünftiger Klimmzug 😄

xx Sandrine ♥

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