Warum Mut und Selbstvertrauen dein gesamtes Leben bestimmen

Schon vor ungefähr einem Monat wollte ich über dieses Thema schreiben. Ich wusste aber nicht genau, wie ich damit beginnen sollte und was genau ich mit diesem Post ausdrücken möchte. Immer wieder habe ich mich damit auseinandergesetzt und mir viele Gedanken gemacht. Jetzt ist mir klar geworden, was ich darüber sagen möchte und was dieser Post bezwecken soll. Es handelt sich hierbei um  Mut und Selbstvertrauen.

In der letzten Zeit ist mir erstmals bewusst geworden, dass die meisten Menschen sehr Vernunft gesteuert denken und immer „das Richtige“ tun wollen. Es kommt dabei nicht darauf an, was sich richtig anfühlt, sondern was allgemein als richtig gilt. Sie tauschen ihre Wünsche ein gegen diese vermeintliche Vernunft.
Hier ein Beispiel: Wenn man kleine Kinder fragt, was sie später mal beruflich machen wollen, dann sagen sie Dinge wie Prinzessin, Tierarzt oder Präsident.
Jetzt könnte man sich fragen, warum sie sich für solche Antworten entscheiden.
Sie denken vermutlich in erster Linie daran, was ihnen am meisten Spaß machen würde. Das steht für sie bei der Beantwortung der Frage im Mittelpunkt.
Wenn sie etwas älter werden und langsam realisieren, was für Berufe man tatsächlich ausüben kann, sind sie zwar realistischer, entscheiden aber immer noch danach, was ihnen Freude bereiten könnte. Dann kommen ihnen Dinge in den Sinn wie Musiker, Tänzer, Reitlehrerin oder Pilot.
Je älter man wird, desto stärker ändern sich die Perspektiven. Es geht nicht mehr darum, wie viel Spaß man bei etwas hat, sondern wie viel Geld man verdient oder wie angesehen der Beruf ist. Viele entscheiden sich wenn es ernst wird für einen Bürojob in der Bank, weil das ja schließlich sicher und vernünftig ist und weil vielleicht auch Verwandte dazu geraten haben. Ich möchte damit nicht sagen, dass dieser Job nicht schön sein kann. Wenn jemand wirklich Spaß bei der Sache hat und seine Arbeit liebt, ist es genau das Richtige. Aber ich denke, das ist nicht immer der Fall. Häufig scheitert es an Selbstzweifeln. Ein Beispiel dafür: Es gibt viele Menschen, die ein kreatives Hobby haben. Das ist oft Musik, Tanz, Fotografie, Malerei, Reiten oder Ähnliches. Das sind dann Dinge, die sie mit Leidenschaft verfolgen, beruflich machen sie aber etwas völlig anderes. Sie haben sich dazu entschieden, den ’sicheren‘ Weg zu gehen. Es kamen dann beispielsweise folgende Gedanken auf: Alle Musikrichtungen sind schon zahlreich vertreten. Jeder versucht es doch mit Musik. Es ist viel zu schwer für mich sich da durchzusetzen. Ich kann damit sowieso keinen größeren Erfolg haben. Ich mache mir nur Probleme damit, verschwende meine Zeit und verdiene kein Geld. 
Hier entscheidet dann die Vernunft für uns.
In dem Buch ‚5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen‚ von Bronnie Ware wird dieser Aspekt aufgegriffen. Im sterben liegende Menschen berichten unter anderem davon, dass sie sich im Nachhinein gewünscht hätten, dass sie ihrem Herzen gefolgt wären und nicht der Vernunft. Am Ende fragt man sich schließlich, was wirklich gezählt hat im Leben. Ich kann mir vorstellen, wie schmerzhaft es sein kann, zu realisieren, dass man viele Jahre seines Lebens damit verschwendet hat, einer Berufung nachzugehen, die man nie gemocht hat. In dieser Zeit hätte man schließlich auch glücklich sein können. (Ich kann dieses Buch übrigens jedem wärmstens ans Herz legen! Es weckt einen auf und man erkennt, wie dankbar man doch sein kann für das, was man hat. Man wechselt einmal vollkommen die Perspektive und stellt sich vor, wie es wäre, nichts mehr in seinem Leben ändern zu können. Dieser Gedanke hat zumindest mich dazu gebracht, zu verstehen, wie großartig es ist, noch so viel selbst entscheiden zu können. Wir nehmen dies als selbstverständlich an, doch das ist es einfach nicht. Es ist ein Geschenk und man entscheidet selbst, ob man es annehmen möchte. Glücklich zu sein ist eine Entscheidung. Natürlich haben einige es sehr viel schwerer als andere, aber das ist halt so, man kann es nicht ändern. Man kann selbst entscheiden, ob man dem hinterhertrauert, was man nicht hat, oder einfach das Großartigste aus dem macht, was man hat. Ich bin noch nicht ganz durch, aber schon jetzt mehr als begeistert von dem Buch. Es revolutioniert die Einstellung, also unbedingt lesen!!!)
Das lässt sich aber nicht nur auf den Beruf beziehen, sondern auch auch viele andere Dinge. Es bringt zum Beispiel nichts, in einer Beziehung zu bleiben, die einem nicht gut tut. Ich bin zwar der Meinung, dass man sein bestes geben sollte, um eine Beziehung zu retten, die vielleicht schon mehrere Jahre besteht (Was daran liegt, dass Beziehungen einen enorm hohen Stellenwert für mich haben), aber sollte man es sich doch eingestehen, wenn man erkannt hat, dass sie einen nur noch runterzieht und belastet.
Um solche riskanten Entscheidungen zu treffen, die einen im Endeffekt glücklicher werden lassen, braucht man sehr viel Selbstvertrauen. Wenn es sich richtig anfühlt, muss man das Selbstbewusstsein haben, dass man sagt, man hört jetzt nur darauf, was einem gut tut und nicht auf viele andere Stimmen, die einen auf den sichereren Weg zwängen wollen. Was hat man am Ende davon, sich von anderen Menschen oder den Vernunft-Gedanken (die im Prinzip ja auch durch andere entstanden sind) vorschreiben zu lassen, wie man lebt? Ja ganz recht, man bereut. Das tut man aber nicht wenn man seinen Gefühlen und Wünschen folgt, denn dann gibt es kein schlechtes Gewissen, weil man ja schließlich alles ausprobiert hat. Um den Gedanken noch verständlicher zu machen: Ich kann mir vorstellen, dass viele jetzt sagen würden „Was für ein emotionaler Blödsinn, wo kämen wir hin, wenn wir uns alle nur noch Gefühlen hingeben. Es gibt Dinge, die getan werden müssen, damit unsere Gesellschaft funktioniert und auf solche Sachen kommt es genauso an.“
Um wieder den Gedankengängen meines Buches zu folgen, würde ich dagegen argumentieren: Wenn man am Ende des Lebens steht kann man natürlich entweder sagen ‚Ich habe auf mich gehört und auf das, was mir gut tut und mich glücklich gemacht hat‘ oder man sagt ‚Ich habe die Regeln beachtet, ich habe anderen gut getan, auch wenn ich meine Bedürfnisse dafür in den Hintergrund gestellt habe‘.
Was man davon möchte, ist eine individuelle Entscheidung.

Ich möchte übrigens nicht damit zu verstehen geben, dass man sich immer und ständig über das Ende seines Lebens Gedanken machen soll, das auf keinen Fall. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass man bewusster leben kann, wenn man versteht, dass das Leben nicht ewig ist. Und dazu noch einmal aus dem Buch zitiert und gleichzeitig das Fazit des Textes (S.61): „Versäumnis Nummer 1: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarten“.

Ich freue mich über jeden, der diesen wieder sehr philosophisch ausgerichteten Text zu Ende gelesen hat und bis zu diesen Zeilen hier gekommen ist. Ich wollte ursprünglich noch einiges zu dem Thema Selbstkritik aufschreiben, habe aber während des Verfassens gemerkt, dass ich das Thema hier zu diesem Post nicht unbedingt kürzen möchte. Einen weiteren Text möchte ich dementsprechend dazu demnächst noch schreiben.

Ich wünsche noch ein schönes und positives restliches Wochenende
xx Sandrine ♥

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