Die beste Diät

Wann sollte ich essen? Wie viel sollte ich essen? Was sollte ich überhaupt essen und wann sollte ich aufhören zu essen?
Mit solchen Fragen hat sich mit Sicherheit schon jeder mal beschäftigt, die einen mehr, die anderen weniger. Oft ist es doch auch so, dass man überflutet wird mit Informationen über Nahrung, sei es durch Werbung, durch Studien oder irgendwelche Artikel in Zeitschriften. Immer wird danach gesucht, was denn die allerbeste Ernährungsweise ist, welche Lebensmittel gut sind, welche schlecht, was man alles streichen oder hinzufügen sollte um abzunehmen uuund und und. Dadurch dass uns das Thema täglich betrifft, ist es immer wieder präsent und es gibt so viele Informationen, sodass man gar nicht mehr weiß, was man jetzt überhaupt noch essen kann und was nicht.
In Frauenzeitschriften wird zum Beispiel in jeder Ausgabe die brandneue Wunderdiät vorgestellt, die dein Leben verändern soll. Die Titel lauten dann in etwa „So nehmen Sie wirklich ab – in zwei Wochen 28 Pfund, versprochen!“ Die meisten Frauen werden neugierig und fallen jedes Mal auf den gleichen Mist herein. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie schon 25 Artikel dieser Sorte in den letzten 2 Jahren gelesen haben und schon 25 Diäten ausprobiert haben, dieses mal klappt es bestimmt! Und dann geht der Spaß von vorne los: Keine Süßigkeiten ab jetzt, keine gesüßten Getränke, abends keine Kohlenhydrate und am besten nach 17 Uhr sowieso nichts mehr essen, vor jeder Mahlzeit ganz viel trinken, anstatt Schokolade zu essen kann man ja auch alternativ an einer Möhre knabbern und ab jetzt wird jeden Morgen Ausdauersport betrieben. Aber vor dem Frühstück! Da verbrennt der Körper ja noch am effektivsten Fett! Und mindestens 30 Minuten, sonst bringt das doch gar nichts.
Tja, ich weiß nicht ob Männer genauso denken, jedenfalls hat mit Sicherheit schon jede Frau mal so gedacht oder diese Vorschriften angenommen. Würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn’s nicht so wäre.

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Im Folgenden möchte ich den Verlauf einer solchen Diät gerne einmal kurz skizzieren:
Die Gedanken am Anfang: Okay, ich hab jetzt schon lange nicht drauf geachtet und eigentlich wäre es doch schöner, wenn ich ein bisschen weniger wiegen würde, dafür aber mehr Muskeln hätte. Ich würde mich mit Sicherheit viel wohler in meiner Haut fühlen. Ich mache einfach eine Diät und halte mich dieses Mal wirklich an die Vorgaben. Ich hab ein gutes Gefühl, und so schwer kann es doch nicht sein. In 2 Monaten kann man wieder an den Strand, bis dahin muss ich das geschafft haben. Also einfach mal die Zähne zusammenbeißen und es durchziehen! Keine Süßigkeiten, kein Alkohol ….

Karotten

Die ersten Tage/Wochen laufen bestimmt gut. Man merkt schnell, dass sich etwas tut wenn man kaum was isst und exzessiv Sport treibt und man erkennt für sich, dass das der richtige Weg sein muss, man hat ja schließlich Erfolge. Man verzichtet auf alles was „schlecht“ ist und man hat ein super Gewissen, weil man ja jetzt gesund lebt und etwas für seinen Körper tut.
Der weitere Verlauf: Irgendwann kommt eine Situation, in der man wieder in Versuchung kommt. Den ersten Versuchungen der vergangenen Tage konnte man tapfer widerstehen und man hat auch schon ganze 3 Kilo (nunja, Wasser) abgenommen! Aber irgendwann ist man an einem Punkt, an dem man folgende Gedanken hat:
Also ich hab so gut durchgehalten die letzten Wochen, ich kann mir doch bestimmt einfach mal etwas gönnen. Es ist ja nur dieses einzige mal und ich lauf auch morgen 30 Minuten länger dafür. 
Und dann fängt man an die Dinge zu essen, die einem in der letzten Zeit strengstens verboten waren. Und was kommt dann? Na klar, das Überessen. Es bleibt natürlich nicht bei einem kleinen Stück Schokolade oder 25 Gramm Nudeln. Nach ein paar Bissen merkt man, wie sehr einem das Essen gefehlt hat und man kann nicht mehr aufhören. Und dann denkt man sich sowieso „Ach scheiß drauf, der Tag ist jetzt eh schon im Arsch, jetzt kannst du dich auch mal wieder richtig satt essen. Ab morgen geht es wieder weiter, dann befolge ich wieder meinen Plan, aber jetzt ist mir alles egal.“

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Nach der ganzen Aktion fühlt man sich schrecklich, einem ist übel und man hasst sich selbst dafür, dass man nicht durchgehalten hat und Willensschwach war. Man steht am nächsten Tag auf der Waage und sieht, dass die ganzen runtergehungerten 3 Kilo wieder drauf sind und dazu vermutlich noch ein bisschen mehr. Weil man immer noch das Verlangen nach viel Essen hat und das Gewicht ja jetzt ohnehin höher ist als zuvor, schmeißt man die Diät frustriert über den Haufen und isst einfach wieder mit schlechtem Gewissen all die Lebensmittel, die verboten waren. Man stellt nicht das System der Diät in Frage, sondern sein eigenes Durchhaltevermögen. Irgendwann wird man dann wieder so einen Titel in einer Zeitschrift lesen und man startet die nächste Diät in der Hoffnung, dass es dieses mal klappt. Ein Kreislauf.

Ich möchte von dieser Denkweise jetzt einmal ganz viel Abstand nehmen und mit diesem Artikel für die meisten eine neue Sichtweise auf das Thema erschaffen. Jede einzelne dieser angeblichen Diät-Weisheiten ist Schwachsinn und wir blenden jetzt bitte einmal all diese Informationen, die uns über Jahre eingetrichtert worden sind, aus und betrachten das Thema unvoreingenommen.

Unser Körper ist ein kleines Wunderwerk. Er funktioniert sehr gut, wenn er genug Nahrung und Bewegung bekommt. Es gibt Lebensmittel, mit denen kommt er besser zurecht, das ist aber ganz individuell. Manche Menschen vertragen zum Beispiel keine Erdnüsse und ihr Körper reagiert darauf mit Übelkeit oder sonstigen Symptomen. Wenn einem übel ist, möchte man meist nicht weiteressen, das ist eine ganz natürliche Reaktion auf Nahrung, die einem nicht so gut bekommt. Theoretisch bekommt man bei jedem Lebensmittel eine Reaktion und kann daran erkennen, wie gut man es verträgt. Dabei ist es wichtig, genau auf die Signale zu achten. Bei einer Low-Carb Diät hat man zum Beispiel oft Heißhunger auf Kohlenhydrate, weil genau diese Nährstoffe fehlen. Man bekommt also von seinem Appetit signalisiert, was man jetzt essen soll, damit das Defizit an Nährstoffen ausgeglichen wird. Bei einer solchen Diät ist das natürlich sehr extrem, aber im Alltag hat man auch schon Anzeichen solcher Signale, man nimmt sie nur nicht richtig wahr, weil man mit dem Kopf entscheiden will, was jetzt gegessen wird.

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Der Körper ist nicht darauf ausgelegt, besonders viel Fett einzuspeichern oder übergewichtig zu sein. Er funktioniert mit einem normalen Gewicht sehr viel besser. Die ganzen Regeln und Vorschriften, die angeblich dazu führen, dass man ja so viel gesünder lebt, führen erst dazu, dass man rational entscheiden will, was man jetzt zu sich nimmt und kein bisschen darauf hört, was man in Wirklichkeit braucht.
Wie schwachsinnig sind Essenspläne mit ausgerechneten Kalorienwerten bitte? 
„Also mein Tagesbedarf liegt bei 1.953 Kalorien und so viel esse ich jeden Tag. 50% davon sind Kohlenhydrate, 30% Eiweiß und 20% davon sind Fett. Wenn ich jetzt 500 Kalorien weniger esse, nehme ich ab.“ 
An sich ist es meiner Meinung nach gerade noch in Ordnung, wenn man sich an solchen Werten orientiert und ungefähr abschätzt, was man braucht. Dazu ist Wissen über den Gehalt von Lebensmitteln nicht verkehrt. Aber sich selbst auszurechnen, wie viel man täglich verbraucht und wie viel man dementsprechend essen darf, macht für mich keinen Sinn.
Die Werte sind schließlich (fast) immer falsch. Mein Bedarf wird nicht jeden Tag bei 1.953 Kalorien liegen. Mal wird er bei 2.325 liegen, mal bei 1.780 und mal bei 2.450. Mal werde ich mehr Kohlenhydrate brauchen und an einem anderen Tag mehr Fett. Wie kann mein Ernährungsplan wissen, was ich heute brauche? Um genau zu sein, müsste er jede Sekunde, in der ich Energie verbrauche, messen und mir am Ende des Tages aufzeigen, wie viel ich denn tatsächlich verbraucht habe. Aber das kann er nicht und andere vorgefertigten Ernährungs- oder Diätpläne können das auch nicht. (Wenn man sich übrigens Lebensmittel streicht oder einfach nicht genug Energie zuführt und es versucht „auszuhalten“ reagiert der Körper ganz natürlich mit einer Gegenreaktion, und das ist dann der Heißhunger)
Jetzt kommt natürlich die Frage auf, wer denn nun genau wissen kann, was man braucht. Die Beantwortung dieser Frage könnte einfacher nicht sein:

Du.

Niemand anderes weiß es besser als du selbst. Und du brauchst keine Hilfsmittel, Rechnungen oder Vorgaben um das heraufzufinden. Fühl einfach 3 Sekunden in dich hinein und frage dich „Hab ich Hunger? Worauf habe ich Hunger? Was genau benötige ich jetzt um zufrieden zu sein und mich wohl zu fühlen?“
Wenn man immer das essen würde, was man wirklich braucht, dann würde sich der Körper langfristig auf sein genetisch bedingtes Idealgewicht einpendeln, so ist zumindest die Behauptung der intuitiven Ernährungsform. Es ist eigentlich ganz einfach: Beginne zu essen wenn du hungrig bist, iss das worauf du wirklich Appetit hast und höre auf zu essen, sobald du eine angenehme Sättigung spürst.

Man isst nur leider fast nie nach Intuition sondern rational und nach irgendwelchen Regeln. Ich lese gerade ein Buch über dieses spannende Thema und würde, sofern Interesse besteht, noch einen Text schreiben, indem ich die Grundsätze dieser Ernährungsform darstelle und genau erkläre, wie es funktioniert.

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Es ist nur jetzt schon einmal festzustellen (um auch nochmal auf den paradoxen Titel dieses Blogposts einzugehen), dass die beste Diät einfach keine Diät ist. Sie verläuft fast immer gleich, funktioniert eigentlich nie (Sonst würden ja auch keine weiteren Diäten immer wieder erfunden werden, wenn es eine geben würde, die tatsächlich klappt) ist ungesund und sie führen auf Dauer zur Gewichtszunahme, da gibt es genug Studien zu, die von den meisten Menschen gerne mal ausgeblendet werden.
Also falls du gerade eine Diät machen solltest (Ich denke ich spreche da in erster Linie Mädchen an), lass es sein, iss worauf du Appetit hast und ich erkläre mit Anlehnung an mein Buch in dem nächsten Blogpost, wie es funktioniert, alles zu essen worauf man Appetit hat, um sich seinem Idealgewicht zu nähern und gesund zu sein.

Bis dahin eine schöne Woche!
xx Sandrine ♥

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