Update

Es ist fast ein Jahr her, seitdem ich das letzte mal hier einen Blogbeitrag veröffentlich habe. Zwischendurch habe ich immer wieder darüber nachgedacht, einen Text zu schreiben, aber ich war damit beschäftigt, ganz andere Dinge auf die Reihe zu bekommen und hatte innerhalb des letzen Jahres viel Zeit damit verbracht, für ein Projekt der FAZ Artikel zu verfassen. Aber um ganz ehrlich zu sein, fehlende Motivation war der Hauptgrund.
Ich versuche das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und gehe einfach mal davon aus, dass es diejenigen, die sich diesen Text gerade durchlesen, interessiert.
Zuerst war da das Abitur Anfang diesen Jahres. Die Lernvorbereitungen haben schon relativ früh begonnen und ich war heilfroh, als der ganze Stress im Juni dann endgültig durch war. Ich habe den Rest meiner Schulzeit als eine Pflicht empfunden, die mich davon abgehalten hat, das zu tun, was ich wirklich tun möchte. Überspitzt würde ich es als verschwendete Lebenszeit betiteln. Verschwendet kann man nur irgendwie auch nicht sagen, da der Abschluss selbstverständlich ein wichtiger Schritt ist, der nun einmal mit dazugehört.
Im Übrigen wusste ich gar nicht, „was ich wirklich tun möchte“, ich wusste nur, dass es nicht die Inhalte waren, mit denen ich mich während meiner Schulzeit beschäftigen musste. Sicherlich kann ich das nicht auf alles beziehen, aber es war verdammt befreiend, das alles hinter sich zu bringen.
Ich hab mich dann auch erst einmal aus dem Staub gemacht, mit dem Gedanken „einfach nur weg, ich brauch jetzt Zeit für mich“ und habe drei Monate (mit kleiner Unterbrechung) in Südfrankreich verbracht.
Für mich war das ziemlich wichtig, um den Kopf frei zu bekommen und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, dies zu tun. Immerhin könnte man sagen, dass es nur ein Urlaub war, dadurch dass ich nicht gearbeitet oder ein Praktikum gemacht habe. Nein, ich hatte einfach ein kleines, schönes Appartment für mich im Herzen der Altstadt Montpelliers und habe meine Zeit damit verbracht, am Strand zu liegen, unglaublich interessante Menschen kennen zu lernen, viel zu lesen und zum Teil auch einfach gar nichts zu machen. Für mich ging ein Lebensabschnitt zu Ende und ich habe versucht, zu reflektieren und mich von Altem zu trennen. Und irgendwie habe ich mich selbst besser kennengelernt, denn immerhin ist man nicht oft so intensiv mit sich selbst konfrontiert.
Und ich habe einen Fehler gemacht. Aber das Schöne an Fehlern ist, dass man aus ihnen lernt. Und gelernt habe ich viel, auch wenn ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen sollte.

Jetzt wohne ich jedenfalls in Hamburg und habe mein berufsbegleitendes Studium begonnen, Fachrichtung Gesundheitspsychologie & Medizinpädagogik (Im Übrigen  an einer privaten Hochschule, mit einem Schnitt von 2,3 kann man sowas im Leben nicht an einer staatlich finanzierten Uni studieren haha).

Hamburg ist wunderschön.
Zu einem gewissen Teil zumindest.
Irgendwie sehe ich mich aber auch mit einem Teil konfrontiert, der mich noch ein wenig hilflos dastehen lässt. Mir wurde ein paar mal gesagt, ich solle mich auf Menschen einstellen, die irgendwie nicht ehrlich sind. Menschen, bei denen du einfach nicht weißt, wie sie zu dir stehen, wenn du nicht im Raum bist. Bis jetzt habe ich diese Erfahrung noch nicht wirklich machen müssen, aber ich wurde zumindest schon vorgewarnt.

Ich muss sagen, ich habe in der letzten Zeit sehr viel über solche Dinge nachgedacht, war eine Weile etwas melancholisch und ich habe mich sehr einsam gefühlt.
Es war mein Wunsch, auf eigenen Beinen zu stehen und ich habe mir deshalb neben dem Studium eine Vollzeitstelle gesucht, um das Ganze überhaupt finanzieren zu können. Für mich ist es das erste mal, dass ich diese Erfahrung mache und muss mich noch ein bisschen daran gewöhnen, im Dunkeln morgens zur Arbeit zu gehen, im Dunkeln abends wieder nach Hause zu fahren und manchmal erst ab 21 Uhr frei verfügbare Zeit zu haben. Wenn man dann Freitagabend und den ganzen Samstag noch in Vorlesungen sitzt, um diese am Sonntag nachzubereiten und dann ab Montag wieder in die neue Arbeitswoche startet, wird einem erstmals bewusst, wie kostbar die Zeit ist, die man außerhalb seiner Pflichten hat.
Man ist so weit weg von seinen Freunden und findet nicht einmal die Zeit, sie zu besuchen und kommt sogar manchmal tagelang nicht dazu, auf eine Nachricht zu antworten.
Belastend waren für mich zusätzlich die hunderte so leer wirkenden Gesichter in die man jeden Tag schaut, wenn man in einer Großstadt viel Bahn fahren muss. Das ist wirklich eine Sache, an die ich mich noch gewöhnen muss.

Aber ich will mich auf gar keinen Fall beschweren. Im Gegenteil. Ich liebe das was ich tue über alles und bin unendlich dankbar dafür, diese Fachrichtung studieren zu können und einen Job mit so unglaublich tollen, herzlichen Kollegen um mich herum zu haben, der sich thematisch auch noch mehr als perfekt mit meinem Studiengang ergänzt.
Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, sich manchmal selbst ins Gedächtnis zu rufen, wofür man das tut, was man tut, sei es Schule/ Ausbildung/ Studium oder Arbeit.

Ich kann gar nicht sagen, wie wichtig es gerade jetzt für mich ist, für kleine Dinge dankbar zu sein. Es gibt Tage, an denen ich mich die ganze Zeit darüber freuen kann, wenn ich auf der Straße einfach grundlos angelächelt werde. Oder wenn sich jemand die Zeit nimmt, kurz zu warten, um eine Tür aufzuhalten. Außerdem habe ich in meinem Job das Privileg mit Menschen sprechen zu dürfen, die dir manchmal am Ende eines Gesprächs sagen, dass es ihnen gut getan hat und sie jetzt Hoffnung schöpfen können.
All diese Dinge sind so erfüllend und ich bin mir mittlerweile sicher, dass es sehr wichtig ist, so etwas mit Achtsamkeit und mit vollem Bewusstsein wahrzunehmen, denn es verleiht einem stressigen Alltag so viel Sinn und lindert den Weltschmerz, den zumindest ich manchmal empfinde.

Ich weiß im Übrigen nicht wieso das so ist, aber ich schreibe immer nur nachts an Blogbeiträgen (gerade haben wir 3:46 Uhr) und ich weiß nicht ob das gut ist, denn ich werde dabei immer so philosophisch und emotional, aber nehm jetzt einfach mal keine Rücksicht darauf, dass es vielleicht kitschig klingen könnte und sage, dass ich wirklich jedem, der diese Sätze gerade liest unendlich viel Kraft und Erfolg für seinen Weg wünsche und darauf hoffe, dass ihm alles gelingen mag, was er sich vornimmt. Ich hoffe, du kannst morgen aufstehen und dankbar sein für den nächsten Tag mit all seinen schönen Momenten und der Gelegenheit für dich, dein bestes zu geben.

xx Sandrine ♥

 

2 Kommentare zu „Update

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